In der vergangenen Woche hat – vermutlich ein einzelner – Täter in den Räumen unseres Bildungszentrums antisemitische Darstellungen und Nazi-Symbole (Hakenkreuze) an Flipcharts im Seminarraum, als auch in den Treppenfluren angebracht. Die wurden offenbar im Abstand von einigen Tagen begangen. Dieser Vorfall ist besonders erschütternd und als direkte Bedrohung zu werten, da eine Kollegin des betreffenden Seminares Jüdin ist. Wichtig in dem Zusammenhang: wir sind sicher, dass es niemand aus diesem konkreten Seminar gewesen ist. 

Wir formulieren hier etwas, das für uns als IG Metall Bildungszentrum eine Selbstverständlichkeit ist, die aber angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Zeit erneut und entschieden betont werden muss. Denn in unserer gewerkschaftlichen Bildungsarbeit und in unseren Bildungszentren gehört ein Bekenntnis zu den Werten der Satzung und der Verteidigung der demokratischen Grundordnung zur Identität und zum Kern unseres Selbstverständnisses.

Wir eröffnen Debattenräume, in denen Meinungsvielfalt nicht nur akzeptiert, sondern auch erwünscht ist. Wir streiten in unseren Seminaren für eine bessere, solidarische Gesellschaft und den Weg dorthin. Für kontrovers zu diskutierende gesellschaftliche Themen findet ihr bei uns einen Ort zur kritischen Debatte, zum Austausch, zur Verständigung. Dabei ringen wir in guter gewerkschaftlicher Tradition stets um einen Konsens, im Wissen darum, dass dieser nicht immer erreicht werden kann.

Was in unserer Bildungsarbeit unter keinen Umständen Platz hat:  Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Wir freuen uns, alle Kolleginnen und Kollegen begrüßen zu dürfen, die sich diesen gewerkschaftlichen Grundwerten verbunden fühlen.